Sardis Verlag

Detaillierte Karte des Orients in römischer Zeit. Gezeigt wird das römische Syrien und die es umgebenden Klientelstaaten, das komplette Partherreich sowie die restlichen Staaten Westasiens und die Wege der Händler im Indischen Ozean um das Jahr 64 n. Chr. Die perfekte Ergänzung zu unserer großen Imperium Romanum Karte.

 

Eigenschaften:

  • Alle Staaten und Provinzen mit akkuraten Grenzen und ihren jeweiligen Hauptstädten,
  • Über 400 namentlich verzeichnete Orte,
  • Städte und Heiligtümer,
  • Ausgewählte Festungen,
  • Die Legionen Syriens,
  • Nicht urbanisierte Völker der Region,
  • Karawanen- und Handelswege,
  • Die wichtigsten Schifffahrtswege,
  • Bunt- und Edelmetallbergwerke,
  • Format: DIN A1 (59,4 x 84,1 cm),
  • Maßstab 1:4.500.000,
  • Gedruckt mit 300 dpi Auflösung,
  • Legende in Deutsch und Englisch,
  • Wird gerollt geliefert.

Eine elektronische Version des der Karte beiliegenden Kommentarhefts kann hier heruntergeladen werden.

Falls gewünscht, kann die Karte auch auf Leinwand oder Aluminiumplatte gedruckt werden. Individuelle Anpassungen sind hierbei möglich. Mehr Informationen finden Sie hier.

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Dieses Produkt ist ebenfalls über Amazon.de oder über ihren lokalen Buchhandel über seine ISBN 978-3-945358-07-8 zu beziehen.

Erläuterungen

 

Um optimal mit der Imperium Romanum Karte zu harmonieren, wurde darauf geachtet, möglichst viele Parameter gleich zu belassen. Dies gilt etwa für den Maßstab von 1:4.5 Millionen, ebenso wie für die Nummerierung des Gitters und die gewählte Symbolik. Lediglich der Berührkreis der abstandstreuen Zylinderprojektion wurde gemäß des dargestellten Ausschnitts auf 30°N geändert.

 

Wie es sich bei unserer Karte des Römischen Imperiums bewährte, wurde auch hier für den Hintergrund eine auf Landklassen und Bathymetriedaten basierende Darstellung mit einem durch Schummerung dargestelltem Höhenmodell kombiniert. Die diesem zugrunde liegenden Geodaten stammen wieder meist von Natural Earth1, das Relief wurde aus dem SRTM30 Datenset des U.S. Geological Surveys errechnet2. Die Geodaten wurden an jenen Stellen, besonders im Küstenbereich, die sich seit der Antike stark verändert haben, dem damaligen Zustand angepasst. Ebenso wurden zahlreiche Flüsse hinzugefügt.

 

Grenzen: In der frühen Kaiserzeit bestanden sowohl der römische Osten als auch das Partherreich zu großen Teilen aus den Territorien von Vasallenstaaten, mit im Laufe der Zeit unterschiedlichen Graden an Autonomie, welche von ihren eigenen Königen und Dynasten regiert wurden. Da diese jedoch als integraler Bestandteil des jeweiligen Reichsverbandes betrachtet wurden3, erschien es hier besser angebracht, die Grenze des jeweiligen Einflussbereichs hervorzuheben, anstatt der Grenze des eigentlichen provinzialisierten Gebiets, wie es bei der Imperium Romanum Karte der Fall war.

Im Osten liegen für die exakte Ausdehnung des Indo-Parthischen Reichs nur wenige Anhaltspunkte vor. Ein Großteil von dessen Geschichte lässt sich nur aus Münzfunden und deren Verbreitung rekonstruieren. Auch das Verhältnis der indo-parthischen Könige zum parthischen Großkönig und eventuelle Änderungen im Laufe der Zeit, sind praktisch unbekannt.

Es sei erwähnt, dass auch in der römischen Levante die politischen Strukturen etwas vereinfacht dargestellt werden mussten. So sind eine Reihe kleinerer Tetrarchien nicht mehr lokalisierbar. Dazu gehört das nur von Josephus erwähnte Gebiet des Varus (BJ 2.12.8.), welches Agrippa II. zugeschlagen wurde, sowie Chalcis, Ampeloessa oder Gabe (Plinius NH 5.74), die generell in den relativ wenig bekannten ländlichen Gebieten des Libanon und Antilibanon vermutet werden, in welchen sich das Leben um zahlreiche Heiligtümer zentriert abspielte.

Der Unterschied zwischen Dörfern und Städten ist in der römischen Welt oftmals ein rein rechtlicher. Insbesondere der Nahe Osten jener Zeit war durch ein Netzwerk von Dörfern gekennzeichnet, von denen einige Zentralortsfunktion hatten und sowohl in Größe wie auch Erscheinungsbild Städten andernorts gleichen konnten.

 

Das Partherreich: Im Vergleich zu seinem römischen Nachbarn sind Geschichte wie Topographie des Partherreichs meist deutlich schlechter erforscht. So besteht bereits keine Einigkeit bei der Frage ob es sich bei den von Plinius (NH 6.112) erwähnten 18 Königreichen, aus welchen sich das Partherreich zusammengesetzt haben soll, um diesem untergeordnete Klientelstaaten, wie die Persis oder Charakene, um die 18 von Isodoros (Mansiones Parthicae) genannten direkt dem Großkönig unterstellten Regionen, oder eine Kombination aus beiden handelte.

Ähnliches gilt für die Hauptstädte des Reichs. Hier benennen die Quellen eine Reihe von Städten entlang der Magistrale KtesiphonNisa als zumindest zeitweiligen Sitz des Großkönigs, bzw. Standort eines königlichen Palastes, etwa Hekatompylos, Rhagai oder Ekbatana. Für den hier relevanten Zeitraum erscheint Ktesiphon als eigentliches Zentrum des Partherreichs, das so auch entsprechend verzeichnet ist4.

Die Große Mauer von Gorgan, deren Errichtung in der älteren Literatur den Parthern zugeschrieben wurde, datiert nach neueren Ergebnissen5 erst in die sassanidische Zeit und ist dementsprechend auch nicht verzeichnet.

Schon seit den frühesten Beschreibungen der Länder des heutigen Iran durch griechisch-römische Autoren wird an mehren Orten ein Volk der Paraetaceni, oder Abwandlungen davon, z.b. in Landschaftsnamen, erwähnt. Hierbei handelt es sich um einen generischen Begriff zur Bezeichnung von abseits der großen Zentren lebenden Bergvölkern, der wahrscheinlich vom alt pers. Wort Paruta - Berg abgeleitet ist.

 

Straßennetz: Die Erwähnung königlicher Stationen, in den Mansiones Parthicae des Isodorus Characenus oder den bei Avroman gefundenen partherzeitlichen Dokumenten, weist nach, dass die Partherkönige, ähnlich ihren hellenistischen und achämenidischen Vorgängern, eine Art von Kuriersystem entlang ausgewählter „Königstraßen“ betrieben. Aufgrund der schlechten Quellenlage ist jedoch nur die von Isodoros beschriebene Route als solche verzeichnet. Sie bildet, die West- und Ostgrenze über sämtliche parthischen Hauptstädte verbindend, gleichsam das Rückgrat das Partherreichs. Die weiteren verzeichneten Straßen jenseits der römischen Territorien beruhen größtenteils auf den in der Tabula Peutingeriana verzeichneten Routen, welche in ihrem östliche Teil einen partherzeitlichen Zustand wiedergibt.

Auch in den römisch beherrschten Gebieten waren eigentliche Römerstraßen zu jener Zeit noch kaum vorhanden. Im Süden kann lediglich eine im Jahr 56 eingerichtete Verbindung zwischen der Provinzhauptstadt Antiochia und der claudischen Kolonie Ptolemais als schneller Aufmarschweg in den krisengebeutelten Süden der Provinz sicher nachgewiesen werden. Im Pontusgebiet zeigt eine Inschrift oberhalb von Amastris, dass die Küstenstraße im Jahre 45 bereits im Bau war. Sie ist auf der Karte bis Sinope, im Grenzgebiet des provinzialisierten Territoriums, eingezeichnet.

Erst unter den Flaviern wurde im Osten mit einem großmaßstäblichen Ausbau des Straßennetzes begonnen, welcher von Iudaea und Palmyra im Süden bis Cappadocia durch zahlreiche Meilensteinsetzungen dokumentiert ist und sich unter den Adoptivkaiser besonders im Umfeld der verschiedenen Partherkriege des 2. Jahrhunderts fortsetzte.

Entsprechend Probleme bereitete die Klassifizierung von Straßen. Während eine römische Via Publica rechtlich und praktisch durch Meilensteinsetzungen, Straßenverzeichnisse auch ohne Baukörper klar abzugrenzen ist, sind die Übergänge von nicht staatlichen Straßen zu Pfaden besonders in den Wüstenrandgebieten fließend. Andererseits sollte aber auch die Systematik der Imperium Romanum Karte beibehalten werden. Letztlich wurden im Zweifelsfall durch dicht besiedelte, staatlich organisierte Gebiete führende wichtige Wege, sowie die diversen Zweige der Seidenstraße im Osten, als Straßen klassifiziert.

 

Reisezeiten im Roten Meer: Bei den in der Karte verzeichneten Werten handelt es sich um reine Fahrtzeiten für die jeweilige Strecke. Aufgrund den im Roten Meer und Indischen Ozean vorherrschenden Windverhältnissen weichen die eigentlichen Reisezeiten teils dramatisch davon ab, wodurch ein sehr falscher Eindruck entstehen kann6.

Die Schiffe mussten Ägypten im Sommer verlassen um mit den dann vorherrschenden Nordwinden das Rote Meer durchqueren zu können. Im Golf von Aden trafen sie aber auf den dann wehenden Südwestmonsun, der eine Weiterfahrt nach Indien erlaubte, aber nicht den Kurswechsel am Horn von Afrika (Aromata Promontorium) und die Reise entlang der sich nach Südwesten krümmenden ostafrikanischen Küste. Diese war erst ab etwa November mit Einsetzen des Nordostmonsun möglich. Ebenso mussten die Schiffe in Raphta etwa 8 Monate auf die Rückkehr des Südwestmonsun warten. Zurück in Ägypten, blieben 6 Monate bevor im nächsten Juli eine neue Reise begonnen werden konnte. Mit den damaligen (und auch moderneren) Takelagen war ein Ankreuzen gegen die starken adversen Monsunwinde in Gegenrichtung zur falschen Zeit praktisch nicht machbar.

Fußnoten:

1 http://www.naturalearthdata.com

2 https://www.usgs.gov

3 Diskussion etwa in M. A. Speidel, Early Roman Rule in Commagene, Scripta Classica Israelica 24 (2005), 1-19.

4 Dieser Punkt wir auch z.B. diskutiert in B. Jacobs, II.4.2.2 Hauptstädte und Zentren, in U. Hackl, B. Jacobs, D. Weber (Hg.), Quellen zur Geschichte des Partherreiches Textsammlung mit Übersetzungen und Kommentaren Band 1, Vandenhoeck & Ruprecht (2010).

5 Siehe dazu H. Omrani Rekavandi, E. Sauer, T. Wilkinson, J. Nokandeh, The enigma of the red snake: revealing one of the world’s greatest frontier walls, Current World Archaeology, No. 27 (2008), 12-22.

6 Siehe L. Casson, Rome's Trade with the East: The Sea Voyage to Africa and India, Transactions of the American Philological Association 110 (1980) 21-36.

 

Ein vollständiges Quellenverzeichnis ist hier zu finden.

 

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