Sardis Verlag

Detaillierte Karte der antiken Welt am Übergang von der archaischen zur klassischen Epoche des alten Griechenlands. Dargestellt ist das gesamte Gebiet zwischen dem Land der Hallstatt-Zeitlichen Kelten im heutigen Südwestdeutschland bis zum Königreich Saba in Südarabien, vom legendären Tartessos an der spanischen Atlantikküste bis zum Industal, inklusive des altpersischen Achämenidenreichs zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung, während der Regierungszeit von Dareios I., 522 - 486 v. Chr.

Eigenschaften:

  • Die Oikumene, den den Griechen bekannten Teil der Welt an der Wende vom 6. zum 5. Jahrhundert v. Chr.
  • Die großen Staaten und Kulturen jener Zeit,

  • Die Kolonien der Griechen und Phönizier, 
  • Alle Länder des Perserreichs mit ihren jeweiligen Hauptstädten,

  • Die Territorien der 20 von Herodot genannten Satrapien,
  • Über 800 Städte und Heiligtümer, aufgetrennt nach Bedeutung und Kulturen,
  • Über 200 Völker und Regionen,
  • Das Netzwerk der persischen Königsstraßen,
  • Karawanen- und Handelswege,
  • Die wichtigsten Schifffahrtswege,
  • Detaillierte Nebenkarte welche das südliche Etrurien und das alte Latium in den ersten Jahren der Römischen Republik zeigt,
  • Legende in Deutsch und Englisch,
  • DIN A0 (118,9 x 84,1 cm),
  • Maßstab Hauptkarte 1:5.000.000, Nebenkarte 1:900.000
  • 300 dpi Auflösung,
  • Wird gerollt geliefert.

Sie können das der Karte beigefügte Booklet hier als pdf herunterladen.

- Auf Tabulae-Geographicae.de kaufen -

Dieses Produkt ist ebenfalls über Amazon.de oder über ihren lokalen Buchhandel über seine ISBN 978-3-945358-04-7 zu beziehen.

Falls gewünscht, kann die Karte auch auf Leinwand oder Aluminiumplatte gedruckt werden. Individuelle Anpassungen sind hierbei möglich. Mehr Informationen finden Sie hier.

 

Erläuterungen

Die Hauptkarte ist im Maßstab 1:5. Mio. gehalten. Für sie wurde eine flächentreue Albers-Kegelprojektion gewählt, um die Gewaltige Ost-West Ausdehnung des darzustellenden Gebiets vom Atlantik bis zum Indus besser darstellen zu können. Der Zentrale Meridian ist dabei 12° Ost, die Standerdparallelen 20° und 45° Nord. Trotzdem wurden dazu zwei Nebenkarten im gleichen Maßstab notwendig um auch die Mittelmeerküste der iberische Halbinsel und Nordafrikas mit Abbilden zu können.

Wie es sich bei unserer Karte des Römischen Imperiums bewährte, wurde auch hier für den Hintergrund eine auf Landklassen und Bathymetriedaten basierende Darstellung mit einem durch Schummerung dargestelltem Höhenmodell kombiniert. Die dem zugrunde liegenden Geodaten stammen wieder meist von Natural Earth, das Relief wurde aus dem SRTM30 Datenset des U.S. Geological Surveys errechnet. Die Geodaten wurden an jenen Stellen, besonders im Küstenbereich, die sich seit der Antike stark verändert haben, dem damaligen Zustand angepasst.

Im Gegensatz zur vorhergehenden Imperium Romanum Karte wurde dieses mal jedoch kein fester Zeitpunkt gewählt, zu welchem die Karte eine Akkurate Repräsentation der damaligen Welt darstellt, sondern ein etwas umfassenderer zeitlicher Rahmen. Hierfür haben wir uns an der Regierungszeit des persischen König Dareios I. (522 bis 486 v. Chr.) orientiert, als das Achämenidenreich seine größte Ausdehnung erreichte, was sowohl unseren Intentionen eine ganze Epoche darzustellen, als auch der Quellenlage für jene Zeit besser gerecht wird.



Namen: Die große Vielfalt der diese Epoche einen Teil ihrer Faszination verdankt kann demjenigen auch zur Last werden eine in sich konsistent Beschriftete und zugleich leicht verständliche Karte erstellen möchte. Während im Römischen Imperium mit der allgemeinen Verwaltungssprache Latein und den Koine Griechisch zwei im gesamten Reichsgebiet verbreitete Verkehrssprachen vorlagen, ist im frühen 5. Jhdt. keine Sprache in derart dominanter Position. Selbst Griechisch lag nur in einer Anzahl teils deutlich verschiedener Dialekte vor. So wird etwa das vertraute Kyrene im dort einheimischen dorisch als Kurana wiedergegeben. Auch das Achämenidenreich besaß keine einzelne Amtssprache. Dessen Verwaltung verwendete neben dem dort dominanten Elamitisch vereinzelt auch alt-Persisch, die Königlichen Inschriften waren meist trilingual in Alt-Persisch, Elamitisch und Akkadisch verfasst, hinzu kamen neben einer Vielzahl lokaler Sprachen und besonders zur Kommunikation Aramäisch.
Zusätzlich sind viele Namen von Siedlungen nur von deutlich später schreibenden Autoren, oder auch älteren Quellen überliefert. Selbst bei modernen Namen arabischen oder persischen Namen fehlt eine einheitliche Transkription in Lateinische Schrift.
All diese Punkte führen dazu das auch auf die Namen auf der Karte einer ähnlichen Vielfalt an Sprachen entnommen sind. Generell war es mein Ziel die Karte möglichst leicht verständlich zu halten. Oftmals wurden deswegen bekanntere Namen Griechische oder Lateinische Namen den einheimischen bevorzugt. In einigen Fällen wurde die beide Version des Namens zusammen angegeben. Im Falle der großen etruskischen Städte ist auf der Hauptkarte der etruskische Name verzeichnet, während die Nebenkarte einheitlich die Lateinische Form enthält.

Kulturen: Die farbliche Hervorhebung von zu einzelnen bedeutenden Kulturen zugehörige Städte ist ebenso nicht als absolut zu betrachten, sondern als Hilfsmittel um die weit verstreuten Niederlassungen etwa der Phönizier und Griechen als solche zu kennzeichnen. In vielen Fällen kann ein derartiges schwarz-weiß Schema der komplexen Realität nicht gerecht werden. So weisen Beispielsweise viele karische, lykische oder pamphylischen Städte außer einem bereits sehr starken griechischen Element noch lebendige indigene Traditionen mit eigener Sprache starker einheimischer Kultur auf.

Quellenlage: Generell ist der Westteil des Achämenidenreichs durch die reichhaltige griechische Überlieferung und wesentlich intensivere archäologische Forschungen deutlich besser bekannt als dessen zentralasiatischer Teil, welcher in der Antike eine dem westlichen gleiche, wenn nicht sogar deutlich größere Bedeutung hatte. So steht uns erst mit dem Feldzug Alexanders des Großen überhaupt eine vollständige Bestandsaufnahme der östlichen Satrapien zu einem festen Zeitpunkt zur Verfügung. Auch deren Hauptstädte sind sehr unterschiedlich belegt. So sind etwa Dahan-i Ḡhulāmān oder Daskyleion eindeutig archäologisch nachgewiesen oder aus zeitgenössischen Schriftquellen bekannt. Andererseits ist eine einzelne elamitische Tontafel der persischen Verwaltung aus der Stadtmauer von Kandahar der einzige existierende Hinweis auf dessen Bedeutung als wahrscheinliche Hauptstadt von Arachosia und eine Notiz des zur Zeit von Kaiser Augustus schreibenden Geographen Strabon die Grundlage für die Annahme von Damaskus als Hauptstadt (Buch 16.2.20) von Ebir-Nari.

Königsstraßen: Zu den persischen Königsstraßen, oder besser den vom Persischen Kurierdienst (Pirradaziš) bedienten Strecken, muß gesagt werden das selbst bei den gesicherten Abschnitten deren exakter Verlauf nur vermutet werden kann. Oft sind etwa nur der Zielpunkt und der ungefährer Verlauf der Route, beispielsweise aus den Tafeln des Persepolis Archivs bekannt.

Satrapien: Während der frühen expansiven Phase des Perserreichs wurden die annektierten Staaten direkt als primäre Verwaltungseinheiten übernommen. So entspricht etwa die frühe Großsatrapie aus Ebir-Nari und Athura den Territorium des babylonischen Reichs minus dem Territorium der unter den Persern nicht tributpflichtigen Arabern. Im Laufe seiner Geschichte wurden diese dann in immer kleinere Satrapien unterteilt. Auf der Karte sind zwei Sets an Provinzen des Achämenidenreichs eingezeichnet. Einmal die von Herodot aufgeführte Liste der 20 Satrapien (Hist. 3.89ff), welche hier ebenfalls mit Herodots Nummerierung versehen sind. Herodot schreibt diese Einteilung der Regierungszeit von Dareios I. zu. Ihr Wahrheitsgehalt und genaue Zeitstellung sind in der Forschung allerdings sehr umstritten, da sie aber oft zitiert werden sollen sie auch hier nicht fehlen.
Die zweite, deutlichere, Unterteilung beruht auf den sogenannten dahyâva Listen der königlichen Inschriften des Dareios. Diese sind in ihrer Zusammensetzung von Inschrift zu Inschrift nicht einheitlich, etwa sind die Griechen teils mehrfach untergliedert. Sie werden oft als Satrapienlisten aufgeführt, spiegeln aber mehr die eine propagandistisch idealistische Zusammensetzung des Reichs wieder als verwaltungstechnische Realitäten, ohne jedoch davon völlig lösgelöst zu sein.

Grenzen: Einige Forscher halten es aufgrund der schlechten Quellenlage für wenig Sinnvoll überhaupt Grenzen von Satrapien einzuzeichnen. Auch sollte man aufgrund der inhärenten Flexibilität de persischen Verwaltung lieber in sich überlappenden Einflusssphären als in klar abgegrenzten Zuständigkeitsbereichen denken.
Gleiches kann auch für die Grenzen des Gesamtreichs gesagt werden, spiegeln diese doch den Einflussbereich des Großkönigs wieder. Insbesondere bei den zahlreichen Reiter- oder Wüstennomaden entlang der Grenzen der Urbanisierten Territorien können trotz Loyalitätsbekundungen und dem überbringen von „Geschenken“ bei beiden Seiten durchaus sehr unterschiedliche Vorstellungen von deren Zugehörigkeit zum persischen Reichsverband bestanden haben.
Da dies aber in einigen Fällen, für die ausgewählten territorialen Einheiten, doch möglich ist Grenzen mit hinreichender Bestimmtheit anzugeben, etwa für Ebir-Nari, sei es durch den Euphrat im Osten, das Gebirge zu Kilikien oder durch archäologische Befunde im Süden, habe ich die eben besprochene Unterteilung des Achämenidenreichs eingezeichnet um einen einfacheren, leichter zu Interpretierenden Überblick über das Perserreich zu bieten.  
Sämtliche Grenzen sind bewusst etwas diffus gehalten. Dem Betrachter sollte stets bewusst sein das diese nicht mit gleicher Präzession wie beim Römischen Reich oder gar einem modernen Staat anzugeben sind.

Etruria und Latium Vetus

Bedingt durch die spätere Bedeutung Roms wird auch diese Epoche umfangreich in der Antiken Überlieferung behandelt. Jedoch entstanden selbst die ältesten dieser Berichte erst Jahrhunderte nach dieser Zeit, als sich mit dem Aufstieg Roms griechische Autoren begannen, sich systematisch für die Geschichte der Stadt zu interessieren und bald darauf ebenso eine eigenen Römische Geschichtsschreibung einsetzte. Die damaligen Historiker versuchten, mit dem ihnen noch zur Verfügung stehenden Material, die frühe Geschichte Roms zu rekonstruieren und in eine kohärente Erzählung zu bringen. Wie gut ihnen das gelang und wie hoch der Wahrheitsgehalt ihrer Erzählung einzuschätzen ist, kann durch heutige Forscher, denen wesentlich weniger Material zur Verfügung steht, teilweise kaum noch verlässlich überprüft werden.

Auch die Archäologie kann nur teilweise zur Lösung dieser Fragen beitragen. So haben Ausgrabungen gezeigt, dass es sich beim archaischen Rom um einen wohlhabenden Stadtstaat mit einem monumentalen öffentlichen Bauprogramm handelte. Allem voran ist hier der große Kapitolinische Tempel zu nennen, dessen ergrabenen Fundamente, zusammen mit weiteren Architekturfragmenten, ins ausgehende 6. Jahrhundert datiert wurden. Mit eine Grundfläche von 63 m x 53 m war er zu dieser Zeit eines der größten Gebäude des gesamten Mittelmeerraumes. Die Grenzen der Archäologie zeigen sich jedoch dabei die Grenzen von Roms Macht und dessen innere Organisation aufzuzeigen.

Ein wichtiges Dokument zur Diskussion dieser Fragestellung ist der erste Vertrag zwischen Rom und Karthago, der jedoch nur in griechischer Übersetzung im Werk des um die Mitte des 2. Jhdts. v. Chr. schreibenden Historikers Polybios überliefert ist (Buch 3.22). Dieser datiert ihn in das erste Jahr der Republik, was jedoch gelegentlich angezweifelt wird. Gewichtiges Argument für dessen Authentizität ist das bereits für die Römer zu Polybios Zeit nur noch sehr schwer verständliche archaische Latein des Textes. Die wenigen erhaltenen Fragmente archaischen Lateins zeigen welche teils drastische Änderungen die Sprache in der Entwicklung hin zu ihrer klassischen Form durchlaufen hat. Dazu gehören prominente Dokumente wie die der ins 6. Jahrhundert datierte Inschriftenstein aus dem Volcanal unter dem Lapis Niger, sowie teils im Originalwortlaut überlieferte Fragmente des Zwölf Tafel Rechts aus der Mitte des 5. Jahrhunderts. Der römisch-karthagische Vertrag umreißt die Grenzen des römischen Machtbereichs, wie sie in der römischen Überlieferung für die letzten Jahre der Königszeit beschrieben werden, und wie ich sie auch in dieser Karte wiedergeben habe.

Die Pontinische Ebene

Im Südosten grenzt das latinische Gebiet an das ausgedehnte Marschland der pontinischen Ebene, welche seit der späten Republik in Schriftquellen auch auch als die pontinischen Sümpfe bezeichnet wird. Diese bildeten sich am Orteiner von Sedimenten verfüllten Lagune, welche durch den Dünengürtel zwischen Terracina und Circeii und das niedrige Bodenniveau schlecht in Richtung Meer entwässert. Erst in den 1930iger Jahren wurden die Sümpfe endgültig trockengelegt.

Noch in jüngerer Literatur findet sich die Annahme, dass es sich bei der pontinischen Ebene im 6. und 5. Jahrhundert vor unserer Zeit, um ein weitgehend trockengelegtes, fruchtbares Siedlungszentrum gehandelt habe. So etwa Linoli (Linoli 2009): „During the seventh and sixth centuries BCE, the Latins and Volscians founded numerous settlements in the area, consequently managing to control the waters (even partially), but with Roman occupation, the area declined. The Volsci were the first to undertake drainage works in the Pontine areas they inhabited, and to exploit the fertile lands for farming purposes... At that time therefore, the marshes – thanks to the works carried out by the Volsci – must have been limited to localised areas lying lower than sea level“.

Diese Hypothese setzt zwangsläufig voraus, dass es sich ausgerechnet bei den Volskern, die erst ab dem späten 6. Jahrhundert aus dem Landesinneren zur Küste emigrierten, um unübertroffene Meister der Entwässerung gehandelt haben müsste.

Neue archäologische Untersuchungen in den letzten Jahren (Attema 2014), (de Haas 2011) haben gezeigt, dass diese Ansicht revidiert werden muss. Demnach war auch zum Zeitpunkt dieser Karte der Kern jenes Gebiets ein unbesiedeltes Marschland, welches nur Saisonal von Transhumanz Hirten genutzt wurde. Im von Krisen und Kriegen geplagten 5. Jahrhundert kam es, wie in ganz Latium und Südetrurien, zu einem Rückgang der Siedlungsaktivitäten.

Erst mit dem Bau der Via Appia und des sie begleitenden Decennovium Kanals begann eine Periode umfangreicher Siedlungs- und Reklamationsaktivitäten. Der Höhepunkt der landwirtschaftlichen Nutzung der Ebene lag demnach in der mittleren Republik, dem 3. und 2. Jahrhundert vor unserer Zeit. Erst in den beiden Jahrhunderten um die Zeitwenden wurden viele jener Siedlungen schrittweise aufgeben und das von den zeitgenössischen Autoren erwähnte Sumpfland kehrte zunehmend zurück

Ein vollständiges Quellenverzeichnis ist hier zu finden.

- Auf Tabulae-Geographicae.de kaufen -